Viel zu erzählen über mich gibt es nicht. Geboren, aufgewachsen und erzogen zwischen Pferden, Wagen und Kriegern bin ich von Grund auf Drokhaji. Als ich alt genug wurde, bekam ich die Chance, mir Pferd und Waffen zu verdienen und ergriff sie. Danach lebte ich das Leben eines Kriegers, der einzige Weg für einen echten Drokhaji…

Nach einer besonders gelungenen Plünderung mit zwei befreundeten Stämmen hätte ich beinahe Dro getroffen. Nachdem alles, was sich wehrte vertrieben oder getötet war, begannen wir wie üblich mit dem Feiern. Ich sang so laut und unbeschwert wie nie zuvor, der Kampf hatte mich schwer berauscht. Der Wein war gut und die Frauen schön, was soll ich noch sagen?

Mit schwerem Kopf und Schmerzen am ganzen Körper erwachte ich aufrecht stehend an einen Baum gelehnt. Noch bevor mir das Gesicht der Maid wieder einfiel, mit der ich meine letzten Erinnerungen an gestern Nacht teilte, fühlte ich die raue Schlinge um meinen Hals. Dieses feige Bauernpack hatte uns nachts gefesselt und wollte nun die Schlinge vollbringen lassen, was ihre feigen schwachen Arme nicht vermochten. Ich sah einige tote Brüder neben mir und weitere gefesselte um mich. Noch bevor ich wirklich zornig werden konnte über so wenig Rückgrat und einen so schmählichen Tod, trieb einer der Erdwühler das Pferd an und der Strick spannte sich. Das letzte, was mir noch einfiel, war gegen den Drang zu zappeln anzukämpfen, um ihnen die Genugtuung zu nehmen; wenn das alles war, was ich ihnen noch nehmen konnte. Doch bevor mich meine Sinne vollends verließen, hörte ich den geliebten Donner der Hufe. Mein Volk war gekommen und fiel über die Bauern her wie das Feuer über den Wald. Im Ritt schnitt mich unser Drokhal vom Baum und schmiss mir das Messer hin. Kaum vom lästigen Strick befreit, hustete ich mir den Schmerz aus dem wunden Hals und begann meine Rache an diesen weichen Mistschauflern.

Danach begannen wir ein Fest, wie es nie zuvor und bisher nicht mehr geschehen ist. Die Stadt brannten wir bis auf ihre Keller nieder, Frauen und Kinder nahmen wir diesem Abschaum, jeden Mann hängten wir an einen der umstehenden Bäume und jedes Betteln um Gnade bedachten wir mit Spot und Gewalt. Tage später erzählte mir unser Drokhal, dass die Stadt mit den Bütteln des Lehnsherrn dieser Gegend eine Falle erdacht und wir viele Männer und Pferde verloren hatten. Später im Jahr durfte dieser auf einer seiner Reisen Bekanntschaft mit uns machen und am eigenen Leibe erfahren, dass man einen Drokhaji besser umbringt, als es bei einem Versuch zu belassen…

Seit meiner Begegnung mit dem Strick nennt man mich in meinem Volk „Bronco der Galgenvogel“.

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