Post aus Elitawana

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Teure Miss Margaret,

mit diesem Brief möchte ich Euch Bericht erstatten über die Geschehnisse in Elitawana, und auch über das Betragen von Master Ethan und Consorten. Vorab sei bemerkt, dass wir alle im Wesentlichen wohlbehalten und zum Teil auch gestärkt von unserem Besuch zurückgekehrt sind. Allerdings wurde Euer Fehlen oft bedauert! Insbesondere Master Ethan und Master Lynch wurden nicht müde zu betonen, dass Ihr der Gesellschaft fehlt.

Zu den Geschehnissen in Elitawana will ich Euch hier natürlich nur eine kurze Abhandlung geben, es wird Euch aber sicherlich interessieren, dass die Bibliothek wieder zugänglich ist.

Aber beginnen wir von vorn. Angekommen in Elitawana hatten wir zunächst das Gefühl, Schlachtenlärm aus dem dunklen Wald zu hören. Dazwischen klangen Schreie und Wehklagen, begleitet von dem grässlichen Gelächter grauenhafter Lorkaner-Hexen. Auch wollten unsere Beine uns nicht weiter tragen, sie schienen wie verwurzelt. Nach einigen Augenblicken wurde dieses Gefühl jedoch schwächer und die Geräusche und unklaren Bilder verschwommen. Zurück blieb nur der stille, dunkle Wald und die ängstlich murmelnden Stimmen im Tross hinter uns …

An der Spitze des Tross‘ – wie es dem Geschlecht der Greifenfelser geziemt – betraten wir das Schloss. Dort suchten wir sofort das Gespräch mit den ansässigen Priestern. Es stellte sich heraus, dass die unheimlichen Geräusche nur für die Reisenden zu hören gewesen waren. Es ließen sich auch im Wald keine Spuren des Wahrgenommenen finden.

Dennoch schien eindeutig, dass die Lorkaner versuchten, das Schloss mit der Bibliothek und den Drachenschreinen einzunehmen. Vermutlich wurde Master Ethan auch deshalb von seinem Drachen gerufen – um ruhmreich die Lorkaner zurückzuschlagen und die Welt der Drachen vor dem Untergang zu schützen. Beeindruckt, aber auch besorgt von diesen Eindrücken huldigten wir sodann geschlossen dem Roten und dem Weißen – in Vino Potentia! – und versuchten gemeinsam, unsere Gedanken zu sortieren.

In den folgenden Tagen wurden wir mit verschiedensten Aufgaben betraut. Zumeist war jedoch die Verteidigung des Lagers oder des Schlosses geboten, so dass wir mehrfach am Tage ausrückten. Leider schien sich ein Fluch auf uns gelegt zu haben, denn wann immer wir uns zum gemeinsamen Mahl an der Tafel versammelten, so erschallten die Kriegstrommeln der Lorkaner, kaum dass wir Platz genommen hatten. Auf Grund dieser heimtückischen Planung konnten wir leider nicht alle Angriffe mit abwehren. Wir vermuteten zwischenzeitlich schon einen Spion an unserer Tafel! Zu guter Letzt haben wir diese Koinzidenzen der Abwesenheit unseres geschätzten Murphys zugeschrieben, dessen routinierte Handgriffe das Essen sicherlich stets zur rechten Zeit auf den Tisch gebracht hätten. Master Ethan bewies hier aber ein gutes Händchen in der Abwägung zwischen Notwendigkeit des Kampfes und Bewahrung von Kampfkraft und Truppenmoral. Was die Speisen selbst betraf, so erwies sich Guy, zusätzlich zu seiner beeindruckenden Kampfkraft und Effektivität, als nahezu ebenbürtiger Ersatzkoch.

Die Herausforderungen, mit denen wir teilweise konfrontiert wurden, haben uns Ians Abwesenheit des Öfteren bitter bedauern lassen. Dennoch möchte ich betonen, dass sich Gwen als Schützin sehr erfolgreich behauptet hat und Bosper sich gleich zwei Mal für Euren werten Vetter in den Boden stampfen ließ. Mindestens einmal war ein Steingolem beteiligt! Master Ethan selbst kämpfte vor der gesamten Schlachtreihe mit einem furchterregenden, hünenhaften Kerl. Seine behaarten Schultern breit wie ein Bulle, die Augen rot wie glühende Kohlen, die Hände groß wie Bratpfannen! Aber unser Herr zeigte selbstverständlich keine Furcht und brillierte in diesem Duell des Grauens!

Vom Betragen an der Tafel kann ich leider nicht nur positiv berichten. Insbesondere am letzten Abend, als die Lorkaner endgültig zurückgeschlagen waren, nutzen die Herren Daniel Lynch und Ethanal von Greifenfels Worte, die ihnen nicht geziemen. Leider – oder zu meiner Ehre? – muss ich sagen, dass hier Worte flogen, die ich nicht einmal kannte. Und wie ihr wisst, habe ich mehrere Jahre in Hafenpinten rekrutiert! (Die Reihenfolge der Delinquenten habe ich übrigens nach Schwere ihrer Vergehen gewählt …)

Bitte lasst hier Nachsicht walten. Als die Gefahr gebannt und Elitawana ruhmreich befreit war, überkam uns alle eine starke Ausgelassenheit. Zu Gute zu halten sei beiden auch, dass sie in adeliger Gesellschaft stets unter den Augen und an den Händen gewaschen waren. Master Ethan hat zudem nicht nur unsere diplomatischen Beziehungen gepflegt, sondern auch viele neue Bündnisse geknüpft oder lockere deutlich gefestigt. In dieser Hinsicht hat er wirklich Beachtliches geleistet!

Werte Miss Margaret, es bleibt mir leider noch ein letzter Punkt anzusprechen. Durch die andauernde Belastung der Soldkasse ist diese nunmehr nahezu leer. Zudem ließ Master Ethan für außerordentliche Leistungen und große Opferbereitschaft einen Tagesbonus auszahlen – meiner bescheidenen Meinung nach völlig zurecht.

Ich werde Euch beizeiten das von mir nach Eurem Wunsch geführte Kassenbuch vorlegen. Könntet Ihr bitte Seine Majestät König William Henry von Greifenfels zu einem geeigneten Zeitpunkt darauf vorbereiten, dass sein Sohn Ihn demnächst mit der Bitte um Auffrischung der Soldkasse konfrontieren wird?

Ich verbleibe mit hochachtungsvollen Grüßen

Sir Jack Williamson

DSCN0969

Von rechts: Guy, Bosper, Master Daniel, Master Ethan, Gwen und meine Wenigkeit

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